Fabi Schendel und Norman Katzorke im Interview

Von einem Saison-Abbruch ohne Auf- und Absteiger, Wertung der Hinrunde, bis hin zu Playoffs geistern derzeit viele Ideen durch die Fußballwelt. Welche wäre in Euren Augen die fairste Lösung?

Norman: Fußball hat derzeit durch die wiederholte Unterbrechung einen nicht so großen Stellenwert für mich. Dementsprechend beschäftige ich mich aktuell eher weniger damit, wie es weitergehen könnte. Allerdings finde ich die Idee „cool“ nach der Hinrunde die Liga aufzuteilen und anschließend Playoffs zu spielen.

Fabi: Das ist eine gute und zugleich eine schwierige Frage. In meinen Augen würde ich den Saisonabbruch und die Hinrunden-Wertung ausschließen. Die Tabelle ist dafür einfach zu eng. Die Idee mit den Playoffs hört sich nicht schlecht an. 

Gemäß dem Fall die Bördeoberliga wird wieder angepfiffen: Wie schnell ist ein Team vom Fitness-Level und Zusammenspiel her wieder auf gutem Niveau?

Fabi: Erst einmal würde ich mich freuen, dass wir wieder gemeinsam gegen das runde Leder treten dürfen. Es liegt größtenteils an jedem selbst, wie er sich während der Zwangspause fit hält. Umso fitter die Jungs sind umso schneller kann das Zusammenspiel trainiert werden. Aber auch mental muss natürlich jeder dann bei der Sache sein.

Norman: Ich glaube auch, dass es von vielen Faktoren abhängt. Wenn der Tag X bekannt ist, sollten sich die Jungs, mit Hilfe eines individuellen Programmes, ihre Grundfitness wieder erarbeiten. Der Rest kommt in den Trainingseinheiten. Aber Fitness ist eben auch eine Motivationssache. Schmidti‘s erster Sprint würde vermutlich der Sprint beim ersten Spiel nach Wiederbeginn sein. Ein Yesse ist sowieso immer im Saft. Bei einem Neustart kann ich mir vorstellen, dass der Fokus wieder ähnlich hoch wäre, wie in den beiden Pokalspielen nach der ersten Corona-bedingten Auszeit. Dass wir uns gut kennen und wir nach dem kürzlichen Erfolg eingespielt sind, steht außer Frage. Von daher habe ich beim Thema Zusammenspiel gar keine Bedenken.


Wie zufrieden seid ihr mit der aktuellen Saison?

Norman: Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit der aktuellen Saison. Weder Platz sechs in der Liga, noch die Art und Weise wie wir im Landespokal gegen Barleben ausgeschieden sind, zeigt unser eigentliches Potenzial. Da war die Luft nach dem Pokalgewinn einfach raus. Trotzdem sollten wir dahin kommen, jedes Spiel mit voller Motivation anzugehen.

Fabi: Dem stimme ich zu. Wir haben das wichtige Auftaktspiel leider verdient verloren, auch die Spiele danach waren nicht gut. Die vorherigen Pokalspiele hat man noch in den Beinen gespürt und man hatte den Pokalsieg noch im Hinterkopf. Wir waren nicht ganz bei der Sache. Aber die letzten Spiele vor dem Lockdown haben wir uns nochmal zusammengerauft und nochmal wichtige Punkte geholt.


Schauen wir mal ein wenig zurück. Wie war es, das erste Mal das Blau-Weiß Neuenhofe Trikot zu tragen?

Fabi: Es war genau vor zwei Jahren beim Weber Cup. Das Turnier war für mich schon immer was ganz Feines. Die Zuschauer sind immer der Wahnsinn, die Spiele gehen immer heiß her, allgemein die Atmosphäre ist der Hammer. Gleich bei meinem Debüt im blau-weißen Trikot haben wir den Turniersieg geholt.

Norman: Für mich war es ein mulmiges Gefühl. Vor allem, weil ich meinen Platz in der Truppe noch nicht gefunden hatte. Das erste Spiel war in Bebertal. Das war die Saison nach der gewonnenen Meisterschaft. Der Druck, den ich mir selber gemacht habe, war dementsprechend nicht gering, ebenso wenig wie die Ansprüche in Neuenhofe. Aber darum bin ich hergewechselt. Am Ende konnten wir, trotz schlechter Leistung, einen Punkt mitnehmen und ich habe eine Bude gemacht. An sich ein gelungener Einstand.


Was bedeutet der Verein für Euch?

Norman: Der Verein ist mir echt ans Herz gewachsen. Für mich als „alter“ Gutensweger war das so nicht zu erwarten. Ich bin von meinen Freunden zur Konkurrenz gegangen. Aber die Zeit war reif und ich brauchte eine Veränderung. Die habe ich in Neuenhofe bekommen. Langweilig wird es in dem Verein auf jeden Fall nicht. Ich habe viele neue Leute mit ganz unterschiedlichen Charakteren kennengelernt. Natürlich mit dem Pokalsieg etwas Historisches für den Verein erreicht. Was mich hier besonders glücklich macht, ist das positive Umfeld und die Strukturen im Verein. Dafür mal ein Chapeau vor allem an Paaschi, Ali, Löns und Kevin oder auch Rene als Platzwart.

Fabi: Genau wie bei Norman, der Verein und Neuenhofe sind mir sehr ans Herz gewachsen. Vom Volleyball bis hin zum Karneval. Hier ist immer etwas los. Es macht Spaß mit den ganzen Leuten. Man kann viel Lachen, viel Gutes für den Verein tun. Man möchte am liebsten überall dabei sein. Aber an dieser Stelle möchte ich mich nochmal für die tollen Jahre beim HSC bedanken.


Wie motivierst Ihr Euch über die vielen Jahre?

Norman: Seit 17 Jahren spiele ich mittlerweile Fußball. Motivationsprobleme gab es eigentlich nie.    Ich hatte immer den Anreiz besser zu werden. Bei mir geht es eher dahin, nicht übermotiviert in die Spiele zu gehen. Ich motiviere mich persönlich aber auch immer wieder mit Challenge‘s. Sei es ein gestecktes Jahresziel für Saisontore oder das Duell gegen Mario: wer die meisten Tore im Training schießt.

Fabi: Ich spiele ja schon Fußball seit ich Laufen kann. Für mich ist dieser Sport mehr als Leidenschaft. Fußball begleitet mich schon mein Leben lang. Das ist schon Motivation genug. Ich bin froh, dass ich keine großen Verletzungen in meiner Karriere hatte. Ich habe immer vollen Fokus vor dem Training und dem Spiel. Vor den Spielen bereite ich mich mental vor und um mich zu pushen höre sehr gern Musik.


Eine Letzte Frage: Mit welchem Eurer Mitspieler würdet Ihr gerne mal ein Champions League-Spiel kommentieren und warum?

Fabi: Da brauche ich nicht lange überlegen! Mario Kogeler. Wenn du ihm ein-zwei Veltins hinstellst, kann ich eigentlich mein Mikro ausmachen und Mario spricht ununterbrochen und lässt seiner Selle freien Lauf. Der Nachteil, er muss alle zehn Minuten auf’s WC.

 

Norman: Ich glaube da wäre jeder auf seine eigene Art und Weise geeignet. Aber ich glaube ne Kombo aus Torwart-Tony, 9-Tore-Paaschi, Freistoß-Kogeler und meiner Wenigkeit wäre schon witzig. Es würde ein Mix aus Fußballfachwissen und ein wenig Kindergarten entstehen.